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Tag der Frau 2010
14.04.10 - 03:45 / Autor: Simon F. Eglin

Am Samstagmorgen des Eröffnungswochenendes der muba fand traditionell auch der «Tag der Frau» im Congress Center Basel statt. Hauptreferentin Maria Lezzi, Direktorin des Bundesamtes für Raumentwicklung, berichtete über aktuelle Tendenzen der schweizerischen Raumplanung. Die anschliessende Podiumsdiskussion ging der Frage nach, ob Frau und Mann mit dem Thema Raum unterschiedlich umgehen. Umrahmt wurde die Veranstaltung vom attraktiven Markt der Unternehmerinnen.




Josy Nussbaumer, Präsidentin des Trägervereins «Tag der Frau» und Programmverantwortliche der KMU Frauen Baselland, durfte im Saal Montreal im Congress Center Basel zur bereits 36. Auflage der beliebten Sonderpräsentation der muba zahlreiche Teilnehmerinnen, aber auch Teilnehmer begrüssen, denn gemäss der Einladung zum Anlass waren auch «männliche Gäste herzlich willkommen». Unter den rund 220 Personen befanden sich unter anderen Regierungsrätin Sabine Pegoraro, der solothurnische Regierungsrat Klaus Fischer, die Nationalrätinnen Silvia Schenker und Anita Lachenmeier sowie Ständerat Claude Janiak
Nach den Grussbotschaften von Chris Eichenberger, Leiter der muba, und dem Basler Regierungsrat Hans-Peter Wessels, der die Geschichte des Anlasses kurz beleuchtete, war die Reihe an Maria Lezzi, Direktorin des Bundesamtes für Raumentwicklung.


Raumplanung betrifft uns alle
Die ehemalige Stadtplanerin der Stadt Basel zeigte in ihrem Referat auf, dass die Raumplanung stets alle Personen – egal welchen Geschlechts – betrifft: «Ist Raumplanung männlich? Ist Raumplanung weiblich? Wichtig ist doch: Raumplanung betrifft uns alle», so Lezzi. Jede Sekunde werde in der Schweiz ein Quadratmeter für Siedlungszwecke verbaut. Gemäss dieser Tendenz wäre die Schweiz innert 300 Jahren komplett verbaut. Dies sei unter anderem auf die immer stärker wachsende Mobilität zurückzuführen, die in den letzten Jahrzehnten dazu beitragen habe, dass der Wohnort bei weitem nicht nahe beim Arbeitsplatz situiert sein müsse.


Flächenrecycling
Die zwei hauptsächlichen Fragen, die uns in Bezug auf die Raumplanung also beschäftigen müssten,  seien demnach: «Haben wir noch genügend Raum in der Schweiz?» und «Wie viel darf die Mobilität kosten?». Eine Antwort lieferte die höchste Raumplanerin der Schweiz mit dem sogenannten Konzept des Flächenrecyclings. Es beinhalte zum Beispiel die Umwandlung von Industriebrachen in Wohnraum, fordere aber auch «lückenlosen» Wohnraum, der sich stark vom Baustil der vergangenen Jahrzehnte abhebe und Garant dafür sei, dass grüne Flächen auch in Zukunft noch erhalten bleiben könnten.


Weibliche Raumplanung nimmt zu
Auf dieses Referat folgte ein Podiumsgespräch, das von der Fernsehmoderatorin Ina Held geleitet wurde. Theres Wernli, Stadtteilsekretärin im Kleinbasel, monierte, dass sich Frauen generell zu wenig in die öffentliche Diskussion über Raumplanung einklinken würden. Der Architekt Felix Knobel zeigte sich überzeugt davon, dass die weibliche Partizipation bei der Thematik Raum stark zunehmen werde, was sich anhand der hohen Anzahl Frauen auf dem Bildungsweg der Architektur eindrücklich belegen lasse. Aus den angeregten Gesprächen resultierte die Erkenntnis, dass in der Raumplanung generell ein Paradigmenwechsel nötig ist, der bestehende Muster aufbrechen soll. Maria Lezzi machte abschliessend darauf aufmerksam, dass Raumplanung und Raumentwicklung langsame Prozesse sind und dementsprechend auch der nötigen Geduld für Veränderungen bedürfen.


Markt-Begegnungen
Der Tag der Frau beinhaltet neben dem Referats- und Podiumsteil auch den traditionellen Markt der Unternehmerinnen, der auch dieses Jahr wieder mit zahlreichen Ständen aus vielerlei Branchen aufwarten konnte.
Zahlreiche Vertreterinnen der KMU Frauen Baselland waren sowohl aktiv hinter den Ständen als auch vor allem als Besucherinnen des Marktes und der Podiumsveranstaltung anzutreffen, denn die KMU Frauen Baselland gehören mit zu den verantwortlichen Organisationen des «Tag der Frau».
Beim abschliessenden Lunch bestanden noch viele Möglichkeiten, sich gegenseitig auszutauschen, neue Gesichter kennenzulernen und bekannte wiederzusehen.







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